Lass doch mal deine Aggressionen raus.

Kompakt
Du traust dich manchmal oder oft nicht deinen Ärger oder deine Wut zu zeigen? Du glaubst, du hast kein Recht dazu und bist in einem fortwährenden Konflikt mit deinen Aggressionen? Obwohl es doch völlig menschlich ist, oder?

Zu sehen ist dies meist bei Frauen, die im Vergleich zu Männern eher Schuldgefühle haben, wenn sie wütend werden. Bei Menschen mit rheumatoider Arthritis ist dies Phänomen auch gut zu beobachten.

Zur seelischen Gesundheit gehört es, auch negative Gefühle zeigen zu können. Festgehaltene Wut führt zu Schmerzen und Übersäuerung. Du musst dich nicht damit abfinden: Der Umgang mit “negativen” Gefühlen ist erlernbar – z. B. in einer Therapie.

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Mouni Meyer Kochen bei Rheuma, Arthrose und Gicht

Anke Mouni Meyer

Autorin, Coach für Frauen mit Rheuma und Lu Yong Yoga-Lehrerin.
Sie gründete 2015 Eat & Move, womit sie eine alltagstaugliche Küche begründete, um rheumatische Beschwerden effektiv zu lindern. 2018 erschien ihr Buch „Ganzheitliche Ernährung bei Rheuma, Arthrose & Gicht“ im TRIAS Verlag. Anfang 2020 entwickelte sie das Rheuma Back-to-Life-Program und unterstützt seitdem Frauen mit Rheuma wieder ein gutes Leben zu führen. Ihre Ausbildung führte sie unter anderem an das Makrobiotik-Institut in Schweden, die Bio-Gourmet-Akademie in Köln und an das Schlossberginstitut in Wien. Ihren Erfahrungs­schatz aus mehr als 30 Jahren gibt sie in Blogs, Seminaren und Koch­büchern weiter.
"Du kriegst es ganz toll hin, einem ein positives Gefühl zu geben und Mut zu machen.“
Franziska F.
58 / 100

Ich habe mich im Laufe meines Lebens ganz intensiv mit mir und meinen Gefühlen auseinandergesetzt und verschiedene Therapien gemacht, um meine Seele zu ergründen. Dabei habe ich mich von alten Konflikten, Trauer und Wut befreit und insgesamt einen gesunden Umgang mit negativen Gefühlen gefunden. Die meisten Therapien, die ich gemacht habe, waren wirklich hilfreich.

Was die Therapien bei mir u.a. Positives bewirkt haben, ist, dass mein Körper bei Stress oder einem Problem kaum noch mit reagiert. D.h. anstatt Schmerzen zu bekommen oder mit Schüben zu reagieren, bleibt mein Körper gelassen und entspannt. Das ist ein großer Fortschritt. Überhaupt fühle ich mich mehr im “Flow” durch die Auflösung einiger Konflikte und Veränderungen in meiner Lebensgestaltung. Dies kommt meiner Gesundheit sehr zugute. Durch die Kombination mit Ernährungstherapie, habe ich es geschafft schmerzfrei zu sein.

Hast du Probleme, dich ärgerlich zu zeigen?  

Ein großer Konflikt herrscht beim Umgang mit Aggressionen. Hast du es auch schon mal gehört? “Lass doch mal deine Aggressionen raus!” Mir wurde dies in der Vergangenheit des Öfteren gesagt und ich konnte einfach nichts damit anfangen. Für mich war es nur ein blöder Spruch von jemanden, der sich mit der Gefühlswelt nicht auskennt. Der Satz hat nichts bei mir bewirkt oder verändert und ich habe mich über diese Aussage immer geärgert.

Doch als ich damals anfing, mich um meine Seele zu kümmern und eine Psychotherapeutin fand, der ich vertraute, verstand ich endlich, was genau bei mir ablief. Als ich zu ihr ging, habe ich tatsächlich u.a. das Problem benannt, dass ich nicht weiß wie ich mit meinen Aggressionen umgehen soll, ein typisches Thema für Menschen mit Rheumatoider Arthritis, was ich damals noch nicht wusste.

Ein besserer Umgang mit Wut und Ärger durch Therapie

Durch die Therapie wurde mir endlich klar, dass ich Schuldgefühle habe aufgrund meiner Aggressionen und mir diese Gefühle von Ärger und Wut deshalb nicht erlaubte. Trotzdem es völlig menschlich ist Aggressionen zu haben, herrschte in mir ein andauernder Konflikt darum. Einerseits über etwas genervt, verärgert oder wütend zu sein und andererseits, dass ich es nicht sein durfte. Dieses innere Hin und Her ist außerordentlich anstrengend und kann zu mehr Schmerzen führen oder zu unangemessenen Wutausbrüchen. Beides habe ich erlebt.

Meine Psychotherapeutin und ich haben diesen Konflikt intensiv bearbeitet und im Laufe der Zeit merkte ich, dass ich besser damit umgehen konnte. Mit einem Mal war es nicht mehr so schwierig, Bescheid zu sagen, wenn mir etwas nicht gefiel und auch Wut und Ärger schneller zum Ausdruck zu bringen. Zum Glück hatte mein Lebenspartner und heutiger Mann sehr viel Verständnis dafür und in unserer Beziehung konnte ich das Streiten üben, ohne dass ich Angst haben musste, verlassen zu werden. Das tat gut, war unglaublich befreiend und ich entdeckte sogar, dass Streiten Spaß machen kann!

Schmerzen sind für viele Menschen mit Rheuma, aufgrund der Aggressionen und der daraus resultierenden Schuldgefühle, eine Form der Entlastung, um sich von der Schuld zu befreien. Sportliche Betätigungen – auch gerade so etwas wie Kampfsport oder Gartenarbeit können ebenfalls Spannungen abbauen.

Genügsamkeit und Geduld

Ein großes Thema bei Menschen mit rheumatoider Arthritis ist auch, die große Bereitschaft sich aufzuopfern. Hinzu kommen der Drang zum Perfektionismus und die große Geduld und Genügsamkeit, die man bei Menschen mit rheumatoider Arthritis häufig findet. Hier kann die bewusste Auseinandersetzung in der therapeutischen Arbeit bewirken, dass du wieder mehr für dich selbst und deine eigenen Bedürfnisse einstehst und dich dabei wohl fühlst. So ein Verhalten bzw. diese Charaktereigenschaften finden wir natürlich nicht nur bei Menschen mit Rheumatoider Arthritis. Ich sehe es bei vielen Frauen und eben häufig bei Menschen, die mit chronischen Krankheiten zu tun haben.

Ist es denn grundsätzlich möglich, die eigene Gesundheit und vor allem auch das Lebensgefühl zu verbessern?

Eindeutig JA. Und zwar durch aktive Bewältigungsstrategien im Gegensatz zu passivem Verhalten, was alles schlimmer werden lässt. Zu den aktiven Bewältigungstrategien neben schulmedizinischer Behandlung gehören verschiedene Therapien. Das kann z. B. Psychotherapie, Biografiearbeit, Tanztherapie, Gestalttherapie, Meditation, Bewegung wie Yoga oder Sport, Qi Gong und die Ernährungstherapie sein, wodurch die Lebensqualität enorm verbessert werden kann.

Wie geht es dir mit deinen Aggressionen und deinen negativen Gefühlen? “Frisst” du alles in dich hinein und hast vermehrt Schmerzen? Oder hast du gelernt deine Gefühle (rechtzeitig) zu zeigen?

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© Anke Mouni Meyer, 2021 • Alle Rechte vorbehalten